Der Hase und die Schildkröte

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Fabel Der Hase und die Schildkröte mit Bildern für Kinder erzählt von Betina Graf

An einem schönen Tag im Wald sprang ein Hase über eine Wiese. Er war schnell, sehr schnell. Er hüpfte, drehte sich in der Luft und landete wieder leicht wie eine Feder. Dabei rief er fröhlich: „So schnell ist keiner wie ich!“

Am Wegesrand kroch eine Schildkröte vorbei. Ganz langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen. Schritt. Schritt. Schritt. Sie ließ sich Zeit und schaute ruhig nach vorn.

Der Hase blieb stehen, spitzte die Ohren und lachte: „Du bist ja sooo langsam! Bis du da drüben bist, ist bestimmt schon Abend!“

Die Schildkröte schaute ihn gelassen an. „Vielleicht bin ich langsam“, sagte sie, „aber ich komme an.“

Der Hase grinste. „Wetten, ich bin tausendmal schneller?“

Die Schildkröte nickte. „Dann lass es uns ausprobieren. Ein Wettrennen.“

Das ließ sich der Hase nicht zweimal sagen. Die Tiere im Wald wurden neugierig. Ein Fuchs stellte sich als Startschiedsrichter hin, und ein Reh zeigte die Ziellinie: ein großer Stein am Ende des Weges.

„Fertig… los!“ rief der Fuchs.

Der Hase schoss davon, als wäre er ein Pfeil. In wenigen Augenblicken war er schon weit voraus. „Das wird kinderleicht“, dachte er und schaute zurück. Die Schildkröte war noch ganz weit hinten und kroch ruhig weiter.

Der Hase gähnte. „Die ist so langsam, ich kann ja kurz ausruhen“, murmelte er. „Ich bin sowieso schneller.“ Er legte sich ins weiche Gras unter einen Busch, schloss die Augen und dachte: „Nur ein kleines Nickerchen…“

Während der Hase schlief, machte die Schildkröte weiter. Schritt für Schritt. Ohne Pause. Sie schaute nicht nach rechts, nicht nach links. Sie blieb dran, auch wenn es anstrengend war. „Ich gehe einfach weiter“, dachte sie. „Immer weiter.“

Da kam ein Windstoß, der die Blätter rascheln ließ. Der Hase schreckte hoch. „Oh nein!“, rief er und sprang auf. „Ich muss los!“ Er rannte, so schnell er konnte. Seine Pfoten trommelten über den Boden: rumm-rumm-rumm!

Doch als er um die letzte Kurve bog, sah er etwas Unglaubliches: Die Schildkröte war schon beim großen Stein. Sie setzte noch einen letzten Schritt – und dann war sie im Ziel.

Die Tiere jubelten. „Hurra!“ riefen sie.

Der Hase blieb stehen, atmete schwer und ließ die Ohren hängen. „Ich… ich hab zu früh geprahlt“, gab er kleinlaut von sich.

Die Schildkröte lächelte freundlich. „Schnell sein ist schön“, sagte sie, „aber dranbleiben ist auch stark.“

Hinweis: Diese Geschichte ist eine kindgerechte Nacherzählung der Fabel „Der Hase und die Schildkröte“, die Äsop zugeschrieben wird. Der Fabelstoff wurde in eigenen Worten erzählt und erzählerisch ausgestaltet.

Dranbleiben lohnt sich!

Fabel: Der Hase und die Schildkröte, Bild

Dranbleiben heißt: weitermachen, auch wenn es langsam geht oder manchmal schwer ist. Die Schildkröte geht Schritt für Schritt und lässt sich nicht beirren. Sie schaut nicht dauernd zurück und denkt nicht an den Hasen – sie denkt nur: „Ich gehe weiter.“ Genau das bringt sie Stück für Stück näher ans Ziel.

Der Hase ist zwar schnell, aber er wird zu sicher und hört auf, richtig aufzupassen. So kann passieren: Wer nur auf Tempo setzt, verliert den Faden.

Die Fabel zeigt: Wenn man ruhig übt, geduldig bleibt und nicht aufgibt, kann man am Ende richtig stolz sein – sogar, wenn man nicht der Schnellste ist.

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Hase und Schildkröte

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