Der Tag ist fast vorbei. Die sanften Wellen im Wasser glitzern im letzten Abendlicht. Finja, die kleine Ente, schwimmt neben ihrer Mama her.
Sie war den ganzen Tag unterwegs, hat gebadet, gefuttert und alles beobachtet. Jetzt fühlt sie, dass es Zeit wird, sich einen ruhigen Platz zum Schlafen zu suchen. Die Geräusche am See werden leiser, weil die Nacht naht.
Finja dreht mit ihrer Mutter eine letzte Runde im See und betrachtet dabei die glitzernden Stellen auf dem Wasser. Am Rand des Ufers sieht sie Schilfhalme, die dicht nebeneinander stehen. Dazwischen befinden sich kleine Durchgänge, in die sie beide hineinschwimmen.
Finja schiebt sich zwischen die Halme. Sie spürt, wie die Pflanzen sie berühren, und sie findet eine weiche Stelle, an der sie den Kopf bequem drehen kann. Finja fühlt sich geschützt und bleibt einen Moment ganz nah bei Mama.
Da hört sie ein kleines Blubbern aus dem Wasser. Finja hält den Kopf schräg. Was das wohl ist? Mama bleibt ganz nah bei ihr. „Das sind Fische“, flüstert sie, „die schwimmen noch ein bisschen herum.“
Finja schaut in die dunkler werdende Wasserfläche und stellt sich die Fische unter ihr vor. Da macht ein Fisch einen kleinen Sprung. Platsch! Finja sieht einen kleinen Kreis im Wasser, der größer wird und dann verschwindet. Sie schaut kurz hinterher. Dann werden ihre Augen schwer, und sie kuschelt sich dichter ins Schilf.
Über dem Teich schwirrt etwas vorbei. Finja sieht eine Libelle mit glitzernden Flügeln. Sie fliegt eine Kurve und setzt sich auf einen Halm. Finja staunt und blinzelt langsam.
Plötzlich hört Finja viele Frösche quaken. Sie sitzen irgendwo am Rand und rufen durcheinander. Finja hört zu und wartet einen Moment, bis sie versteht, woher die Stimmen kommen. Das Quaken klingt nach: Der Abend gehört jetzt uns.
„Mama“, flüstert Finja und rückt noch näher heran, „ich will schlafen, aber ich kann nicht einschlafen. Am See ist alles so laut.“
Mama Ente streicht ihr sanft mit dem Schnabel über den Kopf. „Das klingt nur so, weil du noch so wach bist“, sagt sie leise. „Kuschele dich an mich. Komm, wir machen den Atem ganz ruhig: einatmen … ausatmen …“
Finja atmet ein … und aus. Mama Ente bleibt ganz nah. Finja schaut noch einmal auf das Wasser vor dem Schilf. Das Abendlicht ist fast weg, und alles sieht dunkler aus.
Finja muss nicht mehr herausfinden, woher etwas kommt. Sie legt den Kopf bequem hin und schließt die Augen.
„Gute Nacht, Teich“, flüstert sie. „Gute Nacht, Mama.“ Dann schläft Finja ein. Nach kurzer Zeit macht sie ein zufriedenes Schnarchgeräusch, und Mama Ente lächelt.
Wissen über den See am Abend
Am Teich passieren abends noch viele kleine Dinge. Ein kurzes Platschen kann entstehen, wenn ein Fisch an der Oberfläche nach einem Insekt schnappt oder wenn ein Frosch ins Wasser springt. Manchmal fällt auch ein Blatt hinein oder eine Luftblase steigt aus dem Schlamm hoch und platzt oben.
Enten schlafen gern in der Nähe von Schilf, weil sie dort gut geschützt sind. Auch Fische bewegen sich abends manchmal nah an der Oberfläche und ziehen sich später wieder tiefer ins Wasser zurück.
PDF-Download der Klanggeschichte „Schlafenszeit am See“
Auch wenn die Klanggeschichte beim Vorlesen mit passenden Klängen besonders schön zur Geltung kommt, gibt es die Gute-Nacht-Geschichte „Schlafenszeit am See“ hier auch als PDF zum Herunterladen und Ausdrucken:
Gute-Nacht-Geschichte „Schlafenszeit am See“ teilen
Geschichten-Sammlungen, die für Sie vielleicht auch interessant sein könnten:
Weitere Klanggeschichten