Ein Fuchs traf eines Tages am Waldrand einen Storch.
Der Fuchs war guter Laune und lud ihn zum Essen ein. „Kommen Sie heute Abend zu mir. Ich habe etwas Feines gekocht.“
Der Storch freute sich und erschien pünktlich vor der Fuchshöhle.
Es gab Suppe.
Sie roch köstlich, nur hatte der Fuchs sie auf zwei flachen Tellern angerichtet. Er selbst machte sich gleich darüber her und schleckte zufrieden los.
Der Storch versuchte es ebenfalls. Sein langer Schnabel tippte auf den Teller, glitt über den Rand und fand kaum etwas von der Suppe. Nach ein paar Versuchen gab er es auf.
Der Fuchs sah ihm dabei zu und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Sie essen ja gar nichts.“
Der Storch antwortete nicht darauf. Er bedankte sich höflich und machte sich auf den Heimweg.
Am nächsten Tag begegneten sie sich wieder.
Diesmal lud der Storch den Fuchs ein.
Das gefiel dem Fuchs. Er hatte vom Abend zuvor noch einen guten Appetit und kam gern.
Beim Storch stand das Essen bereits bereit. Es duftete mindestens so gut wie die Suppe des Fuchses. Nur befand es sich in hohen, schmalen Krügen.
Der Storch steckte seinen Schnabel hinein und begann zu fressen.
Der Fuchs stand vor seinem Krug.
Er versuchte zuerst, die Schnauze hineinzustecken. Keine Chance. Dann leckte er am Rand entlang. Dort war fast nichts zu holen. Schließlich schob er den Krug ein wenig hin und her und hoffte, irgendwo würde doch noch ein Bissen für ihn auftauchen.
Der Storch aß weiter.
Nach einer Weile hob er den Kopf. „Möchten Sie nichts?“
Der Fuchs blickte auf den Krug.
Die Frage kam ihm bekannt vor.
Er versuchte es noch ein letztes Mal, zog die Schnauze zurück und setzte sich hin.
„Ich glaube“, sagte er schließlich, „gestern waren meine Teller auch nicht besonders gut gewählt.“
Der Storch sah ihn an. „Nein. Das waren sie nicht.“
Mehr wurde darüber nicht gesprochen.
Der Fuchs ging an diesem Abend hungrig nach Hause.
Und den Storch lud er erst wieder ein, als er zwei tiefe Schüsseln besorgt hatte.
Hinweis: Diese Fabel ist eine kindgerechte Neuerzählung der bekannten Äsop-Fabel „Der Fuchs und der Storch“. Sie zeigt, warum Rücksicht und Fairness wichtig sind – und was „Wie du mir, so ich dir“ bedeuten kann.
Fairness oder Rache?

Der Spruch „Wie du mir, so ich dir“ bedeutet: Menschen reagieren oft so, wie sie selbst behandelt werden. Wer freundlich ist, bekommt häufig Freundlichkeit zurück. Wer andere absichtlich ärgert oder unfair behandelt, muss damit rechnen, dass die anderen irgendwann genauso reagieren.
In der Fabel merkt der Fuchs das am eigenen Bauch: Erst macht er dem Storch das Essen absichtlich schwer – danach erlebt er selbst, wie das ist. Trotzdem ist der Spruch kein Tipp zum „Zurückärgern“.
Die Fabel soll vor allem zeigen, wie wichtig Fairness ist. Manchmal ist es klüger, ruhig zu bleiben und zu sagen, was einen stört. Und manchmal hilft es, sich kurz zu fragen: „Wie würde ich mich fühlen, wenn jemand das mit mir macht?“ Wer das schafft, verhindert Streit – und sorgt dafür, dass es für alle gerecht zugeht.
PDF-Download der Fabel „Der Fuchs und der Storch“
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Fabel „Der Fuchs und der Storch“ kurz mit Moral
Ein Fuchs lädt den Storch scheinfreundlich zum Essen ein, serviert aber Suppe auf flachen Tellern – der Storch kann mit seinem langen Schnabel kaum einen Tropfen aufnehmen, während der Fuchs genüsslich schmatzt.
Am nächsten Tag lädt der Storch ihn im Gegenzug ein und stellt einen hohen Krug mit schmalem Hals hin: Der Fuchs kommt nicht an die Speise, der Storch dagegen isst vergnügt.
Da merkt der Fuchs beschämt, was er angerichtet hat.
Die Moral: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst – sonst kommt es irgendwann zu dir zurück.
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Der Fuchs hält seinen Streich zunächst für ziemlich schlau – bis der Storch den Spieß umdreht. Wenn Sie solche klassischen Fabeln in kindgerechter Neuerzählung mögen, können Sie „Der Fuchs und der Storch“ auf Pinterest speichern oder mit anderen teilen.
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